Im LERNSTEINE®-Verlag erschienen

Gezeiten des WandelsGezeiten des Wandels
[Die Kondratieffzyklen und die
Veränderung von Bildung und Beschäftigung]


Inhalt:

Welche Veränderungen haben Bildung und Beschäftigung aufgrund der großen Innovationen wie Dampfmaschine, Elektrizität oder Automobil bisher durchlaufen?

Können Prognosen für den derzeitigen Beschäftigungswandel im Informationszeitalter getroffen werden? Wo liegen die Herausforderungen für die Zukunft?

Ein hohes Qualifikations- und Bildungsniveau,
kann als wesentliche Voraussetzung für die Bewältigung
kontinuierlichen Wandels angesehen werden.

Jetzt bei amazon.de bestellen...



Zusammenfassung:

 

Das Gerüst bildet die Theorie der langen Wellen wirtschaftlicher Entwicklung (Kondratieffzyklen) die einschlägigen Studien zufolge in Intervallen von 45-60 Jahren seit 1780 viermal aufgetreten sind. In dieser Theorie wird die These vertreten, dass langfristiger fundamentaler wirtschaftlicher Wandel nicht zufällig verläuft, sondern sich in den großen Industrienationen durch regelmäßige Auf- und Abschwungbewegungen beschreiben lässt.

Nach Schumpeter (1961) wird der Anstieg jeder Welle durch verstärkt auftretende Basisinnovationen ausgelöst, d.h. während einer Phase wirtschaftlicher Depression werden Erfindungen in Innovationen umgesetzt, die schneeballartig diffundieren und neue Innovationen auslösen, wodurch es zu grundlegenden Veränderungen in ökonomischen und gesellschaftlichen Bereichen kommt. Diese Basisinnovationen tragen schließlich einen nachhaltigen Aufschwung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Als Basisinnovation im gegenwärtigen Zyklus, dem 5. Kondratieff (ca. 1980-2025), wird die in der Erfindung der Mikroelektronik begründete Informations- und Kommunikationstechnologie angesehen. Der durch sie ausgelöste Strukturwandel nimmt gegenwärtig starken Einfluss auf das gesellschaftliche Leben und führt zu deutlichen Veränderungen im Hinblick auf Produktvielfalt, Handlungsformen und Kommunikationsverhalten in Wirtschaft, Staat und privaten Haushalten.

Zur Beschreibung des Wandels wird der Fokus auf den Bereich von Bildung und Beschäftigung gerichtet. So konnte unter Rückgriff auf Jánossys (1966) Thesen über die Verbindung von Berufsstruktur und Arbeitsplatzstruktur im Prozess des technischen Fortschritts aufgezeigt werden, dass auf lange Sicht das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung von der Wandlungsgeschwindigkeit der Berufsstruktur determiniert wird.

Der 5. Kondratieff ist aus dieser Perspektive, d.h. welche Veränderungen sich bei den Qualifikationen der Erwerbstätigen und den Tätigkeitsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt in den letzten 15-20 Jahren ergeben haben, genauer in den Blick genommen worden. Grundsätzlich wurde, fußend auf der Prognose von Tessaring (1994), ein Anstieg des Qualifikations- und Tätigkeitsniveaus vorgelegt, der bis in das Jahr 2010 fortbestehen könnte.

Ausgehend von diesen Annahmen wird der Blick dann auf die Funktionen von Schule, die Planbarkeit von Bildungsinvestitionen und die duale Berufsausbildung, als wesentliche Elemente von Bildung und Beschäftigung, gerichtet. Schule trägt über ihre Qualifikations-, Selektions- und Legitimationsfunktion gegenwärtig mehr zum Bewahren des Bestehenden bei als zur Veränderung gesellschaftlicher Strukturen im Sinne langfristigen Wandels.

Aus den in der Arbeit dargestellten Ansätzen zur Planung von Bildungs- und Ausbildungsinvestitionen ergibt sich die Schlussfolgerung, dass auch unter Aspekten zu erwartender Beschäftigungsentwicklungen die gesellschaftliche Nachfrage von Bildung (Social Demand Aproach) als Maßgabe bei der Bildungsplanung zukünftig ein hohes Gewicht erhalten muss.

Die duale Berufsausbildung wird - als Schnittstelle von Bildung und Beschäftigung - unter dem Kriterium des Strukturwandels genauer beleuchtet. Die herausgestellten Systemmängel, die Zweifel an der fortdauernden Funktion als erfolgreiches Ausbildungsinstrument für junge Erwachsene aufkommen lassen, markieren deutlichen Reformbedarf.

Nur über Reformen scheint der zu erwartende Wandel im Hinblick auf Qualifikations- und Tätigkeitsanforderungen bewältigbar zu sein. Ein insgesamt höheres gesellschaftliches Qualifikationsniveau, mit dem ein großes Maß an Flexibilität gewährleistet werden kann, wird in der Lage sein können, die sich in Bildung und Beschäftigung abzeichnenden erheblichen Veränderungen zu bearbeiten.

Ralf Hagemeister

 

LERNSTEINE ® Klerschweg 1  |  50968 Köln  |  Telefon: 0221 - 2944611